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Erkennen von Krankheiten

Susan W. aus Consell fragt:

Mein Hund kommt mir in letzter Zeit irgendwie ruhiger vor als üblich. Gibt es bestimmte Kriterien, wie ich Krankheiten an meinen Tieren frühzeitig selbst erkennen kann?

 

Liebe Susan!


Um krankhafte Veränderungen erkennen zu können, muss man zuerst einmal genau wissen, welche "physiologischen Daten" zu der jeweiligen Tierart gehören. Denn anders als beim Menschen haben wir bei unterschiedlichen Tieren auch unterschiedliche Werte. Beim Hund gibt es sogar Unterschiede innerhalb der eigenen Spezies, weil es so viele verschiedene Rassen gibt.

Ein erwachsener Hund einer kleinen Rasse hat eine physiologische Körpertemperatur von 38,0 - 39,4 °C. Der Puls, den man beim Hund am besten an der Arterie im inneren Oberschenkel fühlen kann, beträgt in Ruhe ca. 90 - 160 Schläge pro Minute. Kann man als Laie den Pulsschlag nicht gleich finden, legt man die Hand flach an die linke Seitenbrust hinter dem Ellbogen und zählt die Herzschläge, die in etwa dem Pulsschlag entsprechen. Atmet der Hund ein, wiederholen sich die Herzschläge schneller, atmet er aus, verlangsamt sich die Schlagfolge. Diese Unregelmäßigkeit ist – zumindest bei Hunden – eine ganz normale "physiologische Arrythmie". Zählt man die Atemfrequenz in der Ruhephase, sollte man beim kleinen Hund auf 18 bis 26 pro Minute kommen.

Bis auf die unregelmäßige Herztätigkeit sind diese Werte, also Körpertemperatur, Puls- und Atemfrequenz, bei der Katze in etwa die gleichen wie bei den kleinen Hunderassen .
Bei großen Hunden liegen die Daten durchweg niedriger: Körpertemperatur zwischen 37,5 - 39 °C, Ruhepuls 70 - 95 Schläge/Min., Atemfrequenz 14 - 22 pro Minute.
Was bei allen Tierarten gleich aussehen sollte sind die Schleimhäute: Bindehaut der Augen, innere Lefzen und Zunge sollen frisch rosa wirken. Drückt man mit einem Finger an der inneren Lefze ca. 1 Sekunde lang zu, entsteht ein weißer, blutleerer Fleck. Dieser sollte sich innerhalb von 2 Sekunden nach Loslassen wieder mit Blut gefüllt haben und sich schön rosarot färben. Diese zwei Sekunden werden als physiologische Kapillarfüllzeit (KFZ) betrachtet und geben Auskunft über die Kreislaufsituation des Tieres.

Bei der Untersuchung der Sinnesorgane wird überprüft, ob die Augen klar sind und keine Tränenstraßen zeigen und der Nasenrücken glatt und glänzend ist. Die Ohrmuscheln sollen sauber, geruchsneutral und feucht glänzend aussehen und die Zähne weiß und ohne Beläge.
Auch die Ausscheidungen unserer Tiere müssen wir begutachten, wenn wir wissen wollen, ob die Tiere gesund sind. Urin ist im Normalfall zitronengelb und wird im Strahl abgesetzt.

Nach dem Fressen braucht der Magen ca. ½ bis 1 Stunde bis er mit der Entleerung beginnt und nach 6 bis 8 Stunden ist aller Futterbrei im Darm gelandet. Den Darmtrakt durchläuft die Nahrung in 6 bis 12 Stunden und wird dann als brauner und geformter Kot wieder ausgeschieden.

Zur Ergänzung der physiologischen Daten gehört auch der Brunstzyklus einer nicht kastrierten Hündin. Alle 6 - 10 Monate wird die Hündin für 21 Tage "läufig". Wir sie in dieser Zeit befruchtet, trägt sie in durchschnittlich 63 Tagen bis zu acht Welpen aus. Die Säugezeit liegt zwischen 4 - 6 Wochen.

Wie, Susan, können Sie jetzt eine Krankheit erkennen? Dazu einige Tipps. Im Prinzip sind alle Abweichungen von den beschriebenen Normwerten kritisch zu betrachten und zu beobachten: länger anhaltende Abweichungrn der Körpertemperatur, starke und anhaltende Schwankungen der Herzfrequenz oder anhaltendes Hecheln. Das vermehrte Atmen bei offenem Fang dient dem Hund, der wenig Körperschweißdrüsen hat, zur Wasserverdunstung über die Maulschleimhaut und somit zur Regulierung der inneren Körpertemperatur. Hunde hecheln bei Hitze, Anstrengung oder Erregung. Bei Unruhe, Stress, Schmerz und Fieber kann das Hecheln Ausdruck eines Krankheitszustands sein. Wenn man jetzt feststellt, dass beispielsweise die Schleimhäute farblich verändert aussehen oder das Tier ein verändertes Benehmen, z. B. Müdigkeit und Unlust zeigt, sollte man mit dem Tierarztbesuch nicht mehr warten. Kratzen, Lecken, „Schlittenfahren“, Kopfschütteln etc. sind in jedem Fall unnormal und eigentlich behandlungsbedürftig. Alarmzeichen sind auch jede Art von Abweichung im Kot- bzw. Urinabsatz. Farbveränderungen oder Blutbeimengungen sind oft Symptome von inneren Krankheiten. Genauso sind steifer Gang, aufgezogener Rücken, Lahmheiten, Appetitverlust oder übermäßiges Trinken immer Hinweise auf ernste Störungen.