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Übergewicht Hund

Sheila Q. aus Can Picafort fragt:

Können Hunde auch so schlimme Sachen bekommen wie Katzen, nur weil sie übergewichtig sind? Ab wann ist ein Hund überhaupt zu dick?

 

Liebe Sheila!


Ab wann ein Hund zu dick ist? Im Prinzip kann ich Ihnen, wie in der Humanmedizin üblich, mit einer Formel antworten: Übersteigt das Gewicht Ihres Hundes 15 % des Normalgewichts, dann ist er zu dick! Aber natürlich ist das bei all unseren verschiedenen Hunderassen und ihren Mischformen nicht so einfach zu errechnen. Daher rate ich Ihnen, Ihren Hund einmal genau zu betrachten. Am Besten beurteilen Sie das stehende Tier.
Können Sie Rippen, Wirbel und Hüftknochen visuell erkennen? Wenn Sie den Hund von oben betrachten, können Sie die einzelnen Körperabschnitte, wie Brustkorb, Taille, Hüfte optisch gut voneinander unterscheiden? Ist, von der Seite betrachtet, der Bauch gegenüber dem Brustkorb angehoben? Wenn Sie sich nicht sicher sind, fassen Sie den Hund an. Können Sie die Rippen und die knöcherne Wirbelsäule im Taillen- und Schwanzansatzbereich gut ertasten?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass bei einem idealgewichtigen Hund die Rippen zwar ertastbar, aber nicht sichtbar sind, sich die einzelnen Körperabschnitte deutlich voneinander unterscheiden lassen und der Bauch gegenüber dem Brustkorb angehoben ist. Zudem sollte man auch die Wirbelkörper im hinteren Bereich fühlen.

Liegt zwischen Rippen und Haut eine deutlich fühlbare Fettschicht, ist die Wirbelsäule bis zum Schwanzansatz weder sicht- noch fühlbar, hat das Tier einen deutlichen Hängebauch und sieht es von oben betrachtet kugelförmig aus, dann ist es bereits "adipös" oder fettleibig.
Wie beim Menschen entsteht auch bei Tieren ein übermäßiger Fettansatz durch eine unangemessene Kalorienzufuhr. Dabei kommt es nicht darauf an, ob Ihr Hund – Ihrem Gefühl nach – viel oder wenig frisst, sondern immer darauf, welchen Energiebedarf das jeweilige Tier hat. Dieser Energiebedarf ist abhängig von Wachstum und Alter, Arbeit und Bewegung und nicht zuletzt vom Hormonhaushalt. So benötigt beispielsweise ein kastriertes Tier, das keine Geschlechtshormone mehr produziert, weniger Kalorien als in der Zeit, als es noch reproduktionsfähig war. Da viele Besitzer dies nicht berücksichtigen und auch nach einer Kastration die gleiche Futtermenge weitergeben, kommt es oft bei kastrierten Tieren zu einer Gewichtszunahme. Daran ist jedoch nicht die Kastration "schuld", sondern die unangemessene Kalorienzufuhr. Seltener sind hormonelle Erkrankungen Auslöser für eine übermäßige Fetteinlagerung, so beispielsweise bei manchen Schilddrüsen- oder Nebennierenerkrankungen. Auch neigen manche Rassen (z. B. Retriever, Beagle oder Cocker) stärker zur Entwicklung einer Fettleibigkeit als andere Rassen (wie Jagdhunde, Windhunde, Doggen usw.).

Und "schlimme Sachen", Sheila, können Hunde natürlich durch Adipositas auch bekommen. Übermäßige Fetteinlagerungen im Körper können die Lungenkapazität beeinträchtigen, die Beweglichkeit einschränken, die Gelenke belasten und dadurch Knochenkrankheiten begünstigen. Auch gilt als erwiesen, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Entstehung von Zuckerkrankheit und Fettleibigkeit besteht. Herzkreislauferkrankungen, Nierenprobleme und Leberverfettung sind ebenfalls bekannte Begleiterscheinungen des Übergewichts beim Tier. Wir Mediziner reden vom "metabolischen Syndrom" wenn es sich bei Krankheiten um die Folge von Übergewicht handelt.
Also, immer daran denken: zu viel aufgenommene Energie kann nicht einfach wieder ausgeschieden werden wie z. B. Wasser! Überschüssige Energie bleibt dem Körper erhalten – und das leider mit der Zeit in unschöner und ungesunder Art und Weise.